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GEOGRAFISCHE INFORMATIONEN

Traisen WappenTRAISEN - geschichtlich

Traisen war bis vor 150 Jahren ein kleiner Ort mit geringer Bevölkerungszahl. »Das Dörfchen« zählte 1825 22 Häuser mit 150 Einwohnern, im Jahre 1807 wurden 31 Häuser von der Pfarre St. Veit a. d. Gölsen zugeschlagen, wodurch die Einwohnerzahl auf 340 anwuchs.

Eine Hammerschmiede, hauptsächlich aber die durchführende Straße, gaben dem Dorf Leben.Die Kelten nannten die Traisen Tragisama, der Ort Traisen hat seinen Namen vom Flusse erhalten. Eine planmäßige Besiedelung des Traisen-und Gölsentales erfolgte erst im 11. Jahrhundert. Als der Babenberger Leopold I. 1083 seine Tochter Elisabeth dem steirischen Markgrafen Ottokar vermählte, gab er ihm seinen Besitz »swaz des ist in der gegent von Wilhelmspurch unz in di Pistenicke« als Mitgift. Die steirischen Markgrafen ließen dann dieses dünn besiedelte Gebiet von ihren Dienstmannen erschließen. Im Buch der Schenkungen des Stiftes Göttweig wird Traisen in den Eintragungen aus dem Jahre 1083 »prata illa ad Treisim et molas duas« (jene Wiesen an der Traisen und zwei Mühlen) und 1107 »locum apud fluvium treisin« (Ort am Flusse Traisen) erwähnt.

Die Kirche (Kapelle) St. Johann in Traisen, vermutlich um die Mitte des 12. Jahrhunderts erbaut, ist älter als das vom Babenberger Leopold VI. im Jahre 1202 gegründete Stift Lilienfeld und war bis zu dieser Gründung wahrscheinlich auch Pfarrkirche von Lilienfeld.

Traisen war bis 1551 eine eigene Pfarre und kam in diesem Jahr definitiv zu Lilienfeld. Allmählich erwarb das Stift durch Kauf, Tausch und Schenkungen Besitzungen in Traisen. Bereits im Jahre 1536 waren die meisten Bauern Untertanen des Stiftes. Wie aus einer Schenkungsurkunde aus dem Jahre 1535 hervorgeht, wurde in Traisen um diese Zeit Wein gebaut. Beim Türkeneinfall 1683 wurden die Kirche und der Ort eingeäschert, viele Bewohner erschlagen und in die Gefangenschaft weggeführt. Die Kirche wurde 1684 wieder aufgebaut und Johannes dem Täufer geweiht.

Einen Entwicklungschub bekam das Dorf durch die Industrialisierung. Der Schweizer Georg Fischer kaufte 1833 eine stillgelegte Hammerschmiede, die 1844 sein Bruder Berthold erwarb, der die Herstellung von Temperguß aufnahm. Die Produkte des Werkes wurden bei der Weltausstellung in London ausgezeichnet und die Traisner Gießerei überall bekannt. Traisen kann als Geburtsstätte des österreichischen Tempergusses angesehen werden.

Durch die Industrialisierung wuchs die Bevölkerungszahl enorm. Der Ort hatte 1881- 686, um 1891- 1048, um 1900 - 1664 und 1910 bereits 2618 Einwohner.

Nach Ende des 1.Weltkrieges 1918 blieben von den in der Munitionsfabrik 6000 Beschäftigten viele im Ort seßhaft, denn 1924 zählte Traisen bereits 3305 Einwohner. Auf Grund der guten wirtschaftlichen Aufwärtsentwicklung und der Bevölkerungszunahme wurde Traisen 1926 zur Marktgemeinde erhoben.

Zur Zeit der Weltwirtschaftskrise arbeiteten im Werk nur 300 Beschäftigte in vierzehntägigen Turnussen. Im Jahre 1945 verlief die Frontlinie quer durch den Ort. Während der dreiwöchigen Kampfhandlungen kamen viele Menschen ums Leben, etwa 40 Gebäude, darunter 7 Bauernhöfe, Kirche, Schule und Kindergarten, sowie mehrere Fabriksobjekte wurden total zerstört, viele Wohnhäuser, Kleingewerbebetriebe und Werksanlagen zum Teil schwer beschädigt

Noch im Mai 1945 wurde nicht nur im Werk mit den Aufräumungs- und Instandsetzungsarbeiten begonnen. Bereits im August 1945 konnte teilweise die Arbeit im Betrieb aufgenommen werden. Von 1945 bis 1955 wurde das Werk von der russischen Besatzungsmacht (USIA) verwaltet. Nach Abschluß des Staatsvertrages wurde das Werk unter dem Firmennamen »Stahl- und Temperguss AG., vormals - Fischer« der Österreichisch-Alpine Montangesellschaft angegliedert.1973 kam das Werk Traisen durch Fusionierung in den Verband der Vöst-Alpine AG. 1981 waren in der Fabrik rund 1000 Arbeiter und 300 Angestellte beschäftigt.

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Mag. Harald Hauser

 

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